Fahrsicherheitstraining „junge Fahrer“
„Was kann ich, was kann mein Auto?“

Am 3.4. und am 4.4.2008 trafen sich 21 SchülerInnen aus der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums am Markt zum Fahrsicherheitstraining in der Schule sowie in Herford auf der Kiewiese für den praktischen Teil. An diesen beiden Tagen haben die SchülerInnen gelernt, das Verhalten und die Grenzen des Autos in verschiedenen Situationen richtig einzuschätzen, um im Ernstfall richtig und schnell zu reagieren.

Am ersten Tag des Trainings trafen sich die Teilnehmer im Vortragsraum der Schule, wo sie schon von den beiden Polizisten Dietmar Hess und Michael Hanke freudig erwartet wurden. Nachdem kleine Anfangsschwierigkeiten im Anschluss an das Kennenlernspiel abgelegt wurden, ging es schnell zu dem eigentlichen Thema des Tages über: „Was sind die häufigsten Unfallursachen und wie kann ich sie vermeiden?“. Gerade bei jungen Fahrern im Alter von 18-24 Jahren passieren die meisten Unfälle durch überhöhte Geschwindigkeit, Selbstüberschätzung und Trunkenheit am Steuer. Um dieses zu verdeutlichen, haben die Polizisten ein Rollenspiel vorbereitet, bei dem die SchülerInnen selbst aktiv werden konnten. Was anfangs noch lustig und spaßig war, zeigten die so genannten Schockvideos, nämlich dass die nachgestellte Situation keinesfalls unrealistisch, sondern blutiger Ernst war. Durch die Reaktionen der Teilnehmer wie „das ist ja wie in einem schlecht gemachten Horrorfilm“ oder „das ist mir zu viel Blut, das kann ich mir nicht angucken“, zeigte sich die Wirkung dieser Videos. Anschließend holten die Polizisten eine Rauschbrille heraus. Dadurch sieht man den Hindernisparcours, den man überwinden sollte, verzerrt und undeutlich – als habe man zu viel Alkohol getrunken und nun etwa 0,8 Promille im Blut. Nachdem nun jeder einmal diese Brille aufsetzen durfte, bestand kein Zweifel mehr. „Auto fahren lässt sich in diesem Zustand ganz sicher nicht mehr“, stellten einige Schüler fest.
Nach dem ersten theoretischen Teil des Fahrsicherheitstrainings freuten sich schon alle auf den kommenden Tag in Herford auf der Kiewiese, wo es dann zum praktischen Teil überging. Hierzu musste jeder der 21 SchülerInnen ein eigenes Fahrzeug zur Verfügung haben.
Als erstes mussten die Teilnehmer durch einen Slalomparcours fahren, möglichst ohne die 10 Pilonen zu berühren. Einige fuhren gleich mit hoher Geschwindigkeit fehlerfrei hindurch, andere wiederum tasteten sich erst langsam heran und wurden dann immer besser. Durch die vielen Tipps der Polizisten, wie richtige Sitzposition und der richtige Blick, kamen am Ende alle schnell und fehlerfrei durch den Parcours. Durch diese Übung lernten die SchülerInnen ihre eigenen Grenzen kennen und wie man in Gefahrensituationen Hindernissen ausweicht. Anschließend ging es zu den Bremsübungen, bei denen jeder aus 30km/h eine Vollbremsung durchführen sollte. Bei den quietschenden Reifen kam gerade bei dem männlichen Geschlecht viel Freude auf, aber auch die Frauen hatten viel Spaß dabei und wollten am liebsten gar nicht mehr aufhören. Am eindrucksvollsten war jedoch der letzte Versuch, bei dem die Polizisten eine Gefahrenbremsung aus 30 km/h, 50 km/h und 70 km/h durchführten. Bei dieser Übung durften jeweils 3 SchülerInnen im Polizeiauto mitfahren. Da leider nicht jeder an die Reihe kommen konnte, gab es jedesmal kleine Zankereien, wenn der Streifenwagen anhielt, um 3 neue SchülerInnen einzusammeln; die positive Atmosphäre wurde dadurch allerdings nicht getrübt. Als nächstes wurde eine Tapetenrolle über die Fahrbahn gespannt, und das Polizeiauto musste mit 70km/h eine Vollbremsung machen; dabei durchbrach es die Tapete mit knapp 50 km/h. In diesem Fall war es nur ein Stück Papier, aber im wahren Leben wäre die Tapetenrolle ein Mensch oder ein Kind gewesen, welches durch diesen starken Aufprall nur eine 40% Überlebenschance gehabt hätte. Das war ein Schock für alle. Den SchülerInnen wurde schnell klar, was passieren kann, wenn man nur ein bisschen zu schnell fährt. „Ich hätte ich mir nie träumen lassen, dass ein Auto noch so schnell ist, selbst man eine Vollbremsung hinlegt“, so ein Schülerkommentar.
Insgesamt lässt sich sagen, dass diese 2 Tage zwar sehr schockierend waren, aber dennoch richtig viel Spaß gemacht haben und wir viele neue Dinge dazulernen konnten, sodass wir jetzt im Ernstfall besser reagieren und unser Leben und das Leben anderer retten können, schließlich kann jeden Tag, jede Sekunde am Steuer etwas Unvorhergesehenes passieren...

Text u. Bilder: Stephanie Huckemann