Besuch des "White Horse Theatre"





"White Horse Theatre" - eine englische Theatergruppe bestehend aus vier jungen SchauspielerInnen, die ausschließlich Englisch sprechen?? ... in unserer Aula?? - Da ist man zunächst einmal skeptisch als Schüler bzw. Schülerin!
Diese Skepsis war schnell verflogen, als am Mittwoch*,* dem 2.4.08, die 5. und 6. Klassen des GaM in der 3. und 4. Stunde doch sehr schnell in den Bann der schauspielerischen Fähigkeiten des Teams gezogen wurden: Viel Aktion mit Beteiligung des Publikums, viel Gestik und Mimik, viele Gags am Rande, um das Verstehen der Texte zu erleichtern. Noch dazu ein ansprechendes Stück ("_The Dark Lord and the White Witch_"), das die Kinder in die Welt von "Underearth" hineinnahm, einer Welt voller menschenfressender "Woks", beherrscht von Lord Morbus, dessen Namen man nicht laut aussprechen darf (Anklänge an "Harry Potter" und "Herr der Ringe" sind sicherlich nicht rein zufälliger Natur ...). Wer von den Schülerinnen und Schülern vorher schon etwas vom Inhalt des Stückes gehört hatte, hatte es natürlicher leichter Gala, das Mädchen, das die schwierige Aufgabe hat Lord Morbus in seine Schranken zu weisen, auf seinem gefährlichen Weg zu begleiten! Auf jeden Fall war es eine Erfahrung wert seine im Fach Englisch relativ frisch erworbenen Verstehenskompetenzen unter Beweis zu stellen...

In der 5. und 6. Stunde wechselten Stück, Bühnenbild und Publikum - nur die zwei Schauspielerinnen und zwei Schauspieler blieben dieselben: Mit "_Promised Land_" wurde das Thema "Asyl und Integration" aufgegriffen. Eine junge Frau aus dem Kosovo versucht, nachdem sie im Krieg nur ihr nacktes Leben retten konnte, in einer englischen Kleinstadt Fuß zu fassen; die rassistisch ausgerichtete Jugendgang des Ortes macht ihr schwer zu schaffen; durch ihr Bemühen schafft sie es schließlich ein Mitglied der Gang nach dem anderen zur Einsicht zu bringen, dass sie für ihr Lebensumfeld doch nur eine Bereicherung darstellt.
Auch den 8., 9. und 10. Klassen, die nun das Publikum bildeten, fiel es nicht schwer in das Stück hineinzukommen, wobei durchaus zu beobachten war, dass die Problematik nicht allen Schülerinnen und Schülern gleichermaßen interessant erschien. Beeindruckt war man von der sehr ansprechenden schauspielerischen Leistung... Eine Gesprächsrunde mit den Schauspielerinnen und Schauspielern am Ende des Stückes geriet etwas zäh, weil ohne Vorbereitung von Fragen es den meisten doch wohl schwer erscheint sich in der englischen Sprache spontan zu äußern!

Trotz und alledem: Die "weißen Pferde" waren eine gelungene Bereicherung des Englisch-Unterrichts! 

Text: Gudrun Ledendecker
Fotos: T.M. Braun