Begegnung mit Literatur – ganz lebendig!

 

Deutsche Buchpreisträgerin (2006) Katharina Hacker liest aus ihrem Roman „Die Habenichtse“

 

Am Montag, den 22.Januar 2007, nahmen wir, der Deutsch - Grundkurs der Jahrgangsstufe 13 von Frau Deppe, um 20. 00 Uhr an einer Autorinnenlesung im Oberstufen- Kolleg der Universität Bielefeld teil. Diese fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Lektüren und Lektionen“ statt, die gemeinsam von der Fachkonferenz Deutsch am Oberstufen – Kolleg, der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaften, dem Ästhetischen Zentrum und der Universitätsgesellschaft der Universität Bielefeld vorbereitet wird.

Anlässlich der Verleihung des deutschen Buchpreises im Oktober des vergangenen Jahres las die Autorin, Katharina Hacker, aus ihrem Bestseller „Die Habenichtse“ vor. Sie gab den zahlreich erschienenen Zuschauern einen erfolgreichen Einblick in ihren dritten Roman.

Im Mittelpunkt des Romans steht das erfolgreiche Paar mittleren Alters, Isabelle und Jakob, das aus beruflichen Gründen von Berlin nach London zieht.

Parallel zu dieser stellt die 40-jährige Autorin den schwierigen Alltag der Kinder Dave und Sara dar, der durch Gewalt und Kindesmisshandlung geprägt ist. 

Der in der Nachbarschaft lebende Drogendealer Jim spielt eine weitere tragende Rolle im Roman.

Die Schicksale aller Charaktere treffen in der Lady Margaret Road in London aufeinander. Die Handlung beginnt am 11. September 2001, dessen Folgen und Eindrücke immer wieder im Roman aufgegriffen werden.

Während ihrer eineinhalb-stündigen Lesung gab Katharina Hacker fesselnde Einblicke in die Schicksale aller Charaktere, indem sie aus den Kapiteln 4, 8, 19 und 28 aus „Die Habenichtse“ vorlas. Das gefüllte Oberstufen - Kolleg folgte gebannt ihren Worten.

In einer anschließenden Fragerunde wurde dem Publikum die Möglichkeit gegeben, Stellung zu nehmen und Unklarheiten zu beseitigen. Dies ermöglichte auch uns, die wir das Buch im Unterricht thematisieren, neue Eindrücke von der Intention der Autorin.

So bestätigte sich zum Beispiel unsere Annahme, dass Isabelle und Jakob repräsentativ für Katharina Hacker und auch für ihre Generation stehen sollten. Die scheinbare Gleichgültigkeit, mit der Fülle von entsetzlichen Meldungen umzugehen, sie kühl zur Kenntnis zu nehmen und dabei wie unbeteiligt zu wirken. Der Titel, der in unserem Kurs schon eine lange Diskussionsrunde ausgelöst hatte, wurde von der Autorin lächelnd dadurch begründet, dass er „aus einer schönen Idee heraus entstanden sei. Es sei ein altertümlich klingendes Wort.“

Insgesamt gab uns die Lesung neue Denkanstöße für unseren Unterricht, wie zum Beispiel die genauere Betrachtung des emotionalen Verhältnisses zwischen Menschen untereinander, der Gleichgültigkeit der Gesellschaft,  im Vergleich mit ihren juristisch /rechtlich – menschlichen  Aspekten, nachzudenken.

Folglich kommen wir zu dem Schluss, dass sich die Lesung gelohnt hat, obwohl für uns eigentlich an diesem Tag wegen einer Lehrerfortbildung unterrichtsfrei war.

 

Yvonne Eckert, Janina Kröger, Hannah Storck, Deutsch – GK 13