Mittwoch, 31.8.05: Abfahrt der Austauschgruppe nach Paisley
Heute war es so weit: Um 12.00 startete ein Bus mit 34 recht aufgeregten Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 8 und 9 (Leider nicht 35, weil sich ein Schüler passend unpassend gestern noch einen Arm gebrochen hat!) Richtung Paisley / Schottland. Begleitet und vor Ort betreut wird die Gruppe von Frau Giesselmann und Herrn Oberpenning.
Nach der langen Fährpassage von Amsterdam nach Newcastle an Bord der „Duke of Skandinavia“, die mit einem Frühstücksbüfett enden wird, geht es dann weiter nach Paisley – möglicherweise mit einem Zwischenstopp am Alnwick Castle, dem Schloss, in dem z.B. etliche Szenen für die Harry Potter-Verfilmung gedreht worden sind, oder auch am Hadrian´s Wall, dem berühmten Schutzwall der Römer gegen die Schotten. Die Gastgeber werden unsere „Kids“ gegen 15.30 Uhr am Donnerstag an der Paisley Grammar School in Empfang nehmen. Für Freitag steht Schule auf dem Programm; die deutschen Schülerinnen und Schüler werden ihre schottischen Partner in deren Unterricht begleiten. Der Samstag wird im Zeichen des Sports mit anschließendem „Barbecue“ stehen: Die Insel Millport bietet gute Radfahr- und andere Sportmöglichkeiten. Am Sonntag sind die Gastfamilien für das Programm zuständig. Für Montag und Dienstag sind Ausflüge mit und ohne die schottischen Partner geplant: Stirling Castle mit dem bekannten Wallace Monument und Edinburgh mit zahlreichen interessanten „sights“ – möglicherweise sogar ein Besuch im schottischen Parlament – warten auf die deutsche Gruppe. Am letzten Tag wird noch einmal die Schule besucht ; ein schottisch-deutscher Sportwettkampf wird ebenfalls stattfinden. Der Nachmittag wird in Glasgow verbracht werden.
Ein Highlight wird sicherlich - wie in jedem Jahr - der Abschieds-„Ceilidh“ am Abend werden, wo nach schottischer Band-Musik das Tanzbein geschwungen wird. Am Donnerstag heißt es dann Abschied nehmen, und nach langer Fahrt wird die Gruppe – so alles planmäßig klappt – am Freitag gegen 12.00 erschöpft und hoffentlich voller interessanter Eindrücke wieder in Bünde eintreffen.
Paisley ’05 - M. Giesselmann
Die 10 Tage, die unsere Reise nach Schottland, nach Paisley, gedauert hat, waren eine schöne Zeit, dabei manchmal anstrengend, weil wir uns in einer fremden Sprache ausdrücken und in fremde Familien einfügen mussten. Eine Zeit, randvoll mit neuen Eindrücken. Was, zum Beispiel, ist ein Ceilidh? Und wie sieht ein Parlament von innen aus?
Dies und noch vieles mehr haben wir erfahren. Dabei erlebten dies alles sieben der insgesamt 34 Schüler und Schülerinnen aus den 8. und 9. Klassen nach nur einem einzigen Jahr Englisch. Unsere schottischen Gastgeber haben uns mit überströmender Gastfreundschaft empfangen und uns über die kleinen und großen Schwierigkeiten hinweggeholfen. Für viele von uns war der Ceilidh, der Abschiedsabend in der Paisley Grammar School, sicher einer der Höhepunkte des Aufenthalts. Schottische Musik, mit Dudelsack und Trommelsolo, mit schottischem Spitzentanz und mit höchst schnellen Gruppentänzen, deren Schrittfolgen die Jugendlichen sehr schnell durchschauten – anders als der eine oder die andere von uns erwachsenen Deutschen. Zur Stärkung hatten die schottischen Eltern ein Buffet mit schottischen Köstlichkeiten und kühlen Getränken aufgebaut.
Zum Abschied am nächsten Morgen schimmerte die eine oder andere Träne – und viele dachten: „Auf Wiedersehen in Bünde im nächsten Frühjahr."
See you next year?! - M. Kura
„See you next year", sagt Mel Haggerty, der schottische Organisator des Austauschs, als auch die Letzten in den Bus steigen... Langsam setzt sich das Fahrzeug in Bewegung. Alle Insassen pressen ihre Nasen an die schmutzigen Fensterscheiben, um ihre schottischen Freunde noch einmal zu sehen, zu winken oder einfach Abschied von dem roten Schulgebäude zu nehmen.
Hiermit geht der Paisley-Bünde Austausch 2005 zu Ende. „Es war eine schöne Zeit, aber jetzt ist es vorbei", meint Herr Oberpenning, Lehrer des Gymnasiums am Markt. Zusammen mit Margret Giesselmann betreute er 10 Tage lang die 34-köpfige Gruppe der 13-15-jährigen Gymnasiasten. Eine Woche lebten die Jugendlichen in einer schottischen Familie. Für die deutschen Schüler hieß das: Eine Woche anderes Essen, eine andere Familie und andere Sitten. Die meisten sind mit ihren Austauschpartnern recht gut ausgekommen, und es gab so gut wie keinen Streit und erfreulicherweise auch fast kein Heimweh.
Inzwischen hat der gelbe Brandbus den Schulhof der Paisley Grammar School verlassen. Nun zuckelt der Bus gemütlich auf der linken Seite durch die Straßen der kleinen Stadt Paisley, die etwa 15 km von Glasgow und 70 km von Edinburgh entfernt liegt. Rote Reihenhäuser, die voneinander kaum zu unterscheiden sind, kleine Lebensmittelgeschäfte mit halb heruntergelassenen Rollläden und grauen Fassaden und ein Kino, an dessen ebenfalls grauer Wand für den neuesten Film mit Johnny Depp Werbung gemacht wird, ziehen vorbei. In Gedanken versunken schauen alle Schüler aus dem Fenster, bis sie die Stimme von Malte aus ihren Träumen reißt: „Guckt mal, da ist die Kirche, die wir besichtigt haben!"
Und tatsächlich. Unvergesslich der Besuch der Paisley Abbey, der einschloss über 196 Stufen auf den Turm zu steigen, und uns dort einen tollen Blick über die breite schottische Ebene bis zu den Bergzügen bot. Außerdem erlebten wir schottische Schultage von 9 bis halb 4 mit den Austauschpartnern, eine Shoppingtour und einen Parlamentsbesuch in Edinburgh. Es gab noch viel mehr, ja manchmal sogar etwas Kulturelles im Programm. Hier haben alle viel gelernt: Zum Beispiel, dass in Schottland fast alle Schuluniformen tragen. In Paisley bestehen diese für die Mädchen aus einer weißen Bluse, einem schwarzen Rock (oder einer schwarzen Hose) und einem dunkelblauem Blazer mit dem Schulwappen. Die Jungen tragen schwarze oder dunkelblaue Hosen, weiße Hemden und ein Jackett, ebenfalls mit dem Schulwappen.
Viel Spaß hatten die meisten Teilnehmer beim Radfahren in Milport. Hier umradelten Schotten und Deutsche gemeinsam die ganze Insel und schafften somit stolze 25 km, wobei sie das schöne Wetter und die Landschaft genossen. Anschließend konnten sie noch ein bisschen im kleinen Städtchen bummeln gehen und sich dabei eine Westernparade ansehen.
Immer mit dabei: Der Busfahrer Michael und sein Bus, die deutschen Lehrkräfte, und Mel Haggerty, Lehrer der schottischen Partnerschule.
„Manche Programmpunkte waren langweilig, andere wiederum haben richtig Spaß gemacht, und wir konnten auf jeden Fall unser Englisch verbessern", so Judiths Fazit des Austausches. Im Mai 2006 steht der Gegenbesuch der Schotten an. Da gibt es dann das große Wiedersehen, und ein viel versprechendes Programm ist auch schon geplant. Und wer möchte, kann nächstes Jahr sogar noch mal an dem Austausch teilnehmen, aber bis dahin heißt es: „See you next year!!!"