Weltkriegs-Zeitzeuginnen aus Russland diskutieren mit Schüler/innen
60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatten die Schüler/innen der Jahrgangsstufe 10 im Fach Geschichte mit Zeitzeuginnen des deutschen Vernichtungskrieges in Russland über ihre Erlebnisse damals und auch über ihre heutige Sicht der Dinge zu diskutieren. Mehr als 27 Millionen Menschen sind in der ehemaligen UdSSR dem Angriffskrieg Hitlers zum Opfer gefallen. Eine unvorstellbar hohe Zahl von Opfern. Dadurch entrichteten die russischen Staaten den höchsten Blutzoll aller Länder im Kampf gegen den Nationalsozialismus. Die russischen Gäste Nina Kolnikowa (82) und Nina Belowa (80) und die Dolmetscherin Dr. Olga Haken, Professorin an der Universität von Iwanowo gaben offen zu allen Fragen der Schüler/innen Auskunft, die diese im Geschichtsunterricht in der Auseinandersetzung mit dem Thema vorbereitet hatten. Daneben waren auch Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs aus Deutschland anwesend: Elisabeth Voelkel, Ingeborg Franke und Hans-Heinrich Braun. Während sich die russischen Kriegsteilnehmerinnen im Alter von 17 und 18 Jahren freiwillig zum Widerstand gegen den NS-Terror gemeldet hatten um ihr Land vor dem erklärten Ziel Hitlers zu schützen, es zu vernichten, konnten sich die deutschen Zeitzeugen zum Widerstand nicht durchringen. Europa musste daher von den Alliierten vom deutschen Faschismus befreit werden. Die russischen Gäste betonten, dass sie damals sehr wohl zwischen den Faschisten und anderen Deutschen zu unterscheiden wussten.
So gab es in Iwanowo einen Kindergarten für die Kinder der aus Deutschland vor den Nazis geflohenen Deutschen. Auch von deutschen Soldaten, die sich dem Vernichtungskrieg der Wehrnmacht entzogen haben und zur russischen Seite überliefen, konnten die beiden Frauen aus Iwanowo berichten. Sowohl die deutschen Zeitzeugen als auch die russischen Gäste waren sich darin einig, dass es nie wieder zu einem solchen Krieg kommen dürfe.