Lehrer fahren um die Wette
(v. B. Eickenberg)

Schabernack und Frohsinn halten einmal im Jahr Einzug in die Räume des Gymnasiums am Markt, wenn die Schüler der Jahrgangsstufe 13 ihr bestandenes Abitur feiern. Vor keinem Scherz wird halt gemacht, kein Lehrer ist vor ihnen sicher, denn an diesem Tag steht ausgelassenes Feiern im Mittelpunkt.

Nachdem in der vergangenen Woche die letzten Nachprüfungen auf die ein oder andere Art ihr Ende gefunden hatten, war es am Montag wieder einmal Zeit für den traditionellen Abigag der Abiturienten. Nach langem hin und her bei der Wahl für das Motto des Tages hatten sich die Abiturienten schließlich auf „Abitendo – G.A.M. Over“ geeinigt.

Früh am Morgen, bereits bevor die Mehrzahl der Schüler die Eingangstüren des Gymnasiums erreicht hatten, trafen sich die Abiturienten auf dem Marktplatz. Hier wurden noch einmal die am Sonntag aufgebauten Hindernisse vor dem Eingang durchgecheckt und die letzten noch ausstehenden Vorbereitungen getroffen, um den ehemaligen Mitschülern einen unvergessenen Empfang zu bereiten. Mit Bauzäunen und Wollfäden hatte man zu diesem Zweck die Eingangstür blockiert.

Während sich die jüngeren Schüler dann mit Scheren einen Weg durch das Fadendickicht bahnten, wachten die Abiturienten mit Wasserpistolen darüber, dass sich kein Drückeberger durch die Hintereingänge hereinschlich. Den Innenraum des Foyers hatten die schadenfrohen Abgänger mit Kisten und Kästen verbarrikadiert, um so eine Kulisse ähnlich der des Nintendospiels „Marioland“, zu schaffen.

Nachdem auch die letzten Schüler und Lehrkräfte den Weg in das Schulgebäude absolviert hatten, fand in der dritten und vierten Unterrichtsstunde der Hauptteil des Abigags auf dem Schulhof des Gymnasiums statt.

Hier wurden Lehrer und Schüler gleichermaßen zur Mitarbeit aufgerufen, denn traditionell gehören zum Abigag auch Wettkämpfe, in denen die Lehrkräfte gegen ihre „Schutzbefohlenen“ antreten müssen. In diesem Jahr war dies ein Fußballspiel, dass wie in der bekannten Werbung der Firma „Nike“ in einem mit Bauzäunen abgesperrten Käfig stattfand. Gewonnen hatte die Mannschaft, die als erstes fünf Tore erzielte.

In Anlehnung an das Logo der Abiturienten – ein Mario auf einem Rennkart – wurden in einem zweiten Wettkampf die beteiligten Lehrer dazu eingeladen, eine Wettfahrt durch eine abgesteckte Rennbahn zu bestreiten. Zur Auswahl stand dabei allerlei seltsames Gerät, unter anderem ein Bobbycar, ein Skateboard sowie ein Tretroller.

Lehrer, die sich für keinen dieser beiden Wettbewerbe entscheiden wollten, hatten auch die Möglichkeit, stattdessen ihr Showtalent als Karaokesänger unter Beweis zu stellen. Dabei konnte aus einer breiten Liste von Liedern wie zum Beispiel „Anton aus Tirol“ von DJ Ötzi oder „Dancing Queen“ von ABBA gewählt werden.

Frei nach dem Motto „Leben und leben lassen“ verschonten die Abiturienten jedoch diejenigen Lehrkörper, die sich allzu sehr gegen die Teilnahme am Abigag wehrten.

Nach anderthalb Stunden fröhlichem Chaos wurde dann die Ordnung an der Schule wieder hergestellt. Die Schüler kehrten in ihre Klassen zurück und der Unterricht wurde wie geplant fortgesetzt. Was zurück blieb, war die Erinnerung an eine gelungene Verabschiedung vom Leben als Gymnasiast.